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Quereinstieg in die Ausbildung: Studienabbrecher und Umsteiger gewinnen

Wie Betriebe Menschen ansprechen, die später in die Ausbildung wechseln, und worauf es dabei ankommt.

Redaktion GameRecruit · Stand: Oktober 2026

Nicht jede Ausbildung beginnt direkt nach der Schule. Manche brechen ein Studium ab, wechseln den Beruf oder suchen einen Neustart. Für Betriebe sind Quereinsteigende eine Gruppe, die oft Reife und Motivation mitbringt.

Was Quereinsteigende mitbringen

  • Lebens- oder Studienerfahrung
  • Klare Motive, wenn sie den neuen Weg bewusst gewählt haben
  • Eigenständigkeit und Lernerfahrung
  • Manchmal Vorwissen, das sich anrechnen lässt

Wie Sie sie erreichen

  1. Anzeige anpassen: Ausdrücklich auch Menschen mit Vorerfahrung einladen.
  2. Beratungsstellen nutzen: Hochschulen, Arbeitsagentur, Kammer (Berufsberatung).
  3. Probearbeiten anbieten: Wer wechselt, möchte erst erleben.
  4. Flexibel planen: Verkürzte Ausbildung oder Teilzeit prüfen, wenn rechtlich möglich.
  5. Wertschätzen: Frühere Erfahrungen anerkennen.

Gespräche führen

Fragen Sie offen nach dem Weg, nicht nach „Scheitern“. Interessant ist, was die Person gelernt hat und warum sie nun diesen Beruf wählt (Bewerbungsgespräch).

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein junger Mann bricht nach vier Semestern sein Studium ab, weil ihm die Theorie zu abstrakt ist. Er sucht einen Beruf mit Handlungsbezug. Ein Industriebetrieb lädt ihn zu einem Probearbeitstag ein, sein Gesprächspartner fragt nicht „Warum haben Sie abgebrochen?“, sondern „Was hat Ihnen im Studium gefallen und was wünschen Sie sich jetzt?“. Nach einem Praktikum und einem Gespräch mit der Kammer wird geprüft, ob die Ausbildung verkürzt werden kann. Der Betrieb hat einen motivierten Auszubildenden, der seinen Weg bewusst gewählt hat.

Was Quereinsteigende beschäftigt

  • Sorge, mit Mitte zwanzig „zu alt“ zu sein
  • Unsicherheit, ob die bisherige Zeit angerechnet wird
  • Finanzen: Ausbildungsvergütung statt bisheriger Einnahmen
  • Angst, noch einmal zu scheitern

Was Betriebe anbieten können

  • Ein ehrliches Gespräch über Vergütung und Perspektiven
  • Probearbeiten oder Praktikum vor der Entscheidung
  • Unterstützung bei der Prüfung von Verkürzungsmöglichkeiten
  • Einsatz als Mentor für Jüngere, wenn gewünscht (Mentoring)

Wo Sie Quereinsteigende erreichen

  • Studienberatungen und Career Services der Hochschulen
  • Arbeitsagentur und Beratungsstellen (Berufsberatung)
  • Berufs- und Ausbildungsmessen mit Quereinstiegs-Ständen
  • Eigene Anzeigen, die Erfahrene ausdrücklich ansprechen

Worauf Sie achten sollten

Gleichbehandlung bleibt wichtig: Alter, Herkunft und frühere Entscheidungen dürfen keine Rolle spielen (AGG). Beurteilen Sie nach Eignung und Motivation für den konkreten Beruf.

Fazit

Umsteigende erweitern den Pool an Nachwuchs. Wer offen ist und flexibel plant, gewinnt motivierte Menschen.