Ein Rückmeldegespräch gibt Menschen Orientierung. Gerade nach spielerischen Verfahren ist es der wichtigste Teil: Erst hier werden Beobachtungen zu Erkenntnissen.
Grundprinzipien
- Konkret: Beispiele statt Pauschalurteile
- Wertschätzend: Stärken zuerst, Entwicklung im Anschluss
- Beschreibend: Verhalten schildern, nicht die Person beurteilen
- Dialogisch: Fragen stellen, Selbsteinschätzung einbeziehen (Selbsteinschätzung)
Ablauf in vier Schritten
- Beobachtung: „Ich habe gesehen, dass du ...“
- Wirkung: „Das hat dazu geführt, dass ...“
- Frage: „Wie hast du das erlebt?“
- Anregung: „Beim nächsten Mal könntest du ausprobieren ...“
Ein Beispiel
Statt „Du bist ein guter Teamplayer“ sagen Sie: „Du hast zu Beginn gefragt, wer was übernehmen möchte, und die Aufgaben verteilt. Das hat dem Team geholfen, schnell loszulegen.“ So erfährt die Person, was genau gut war.
Typische Fehler
- Zu viele Punkte auf einmal
- Bewertungen ohne Beispiele
- Rückmeldung ohne Raum für Fragen
- Etiketten wie „introvertiert“ oder „unmotiviert“
Ein zweites Beispiel nach einem Assessment
„Danke, dass du dabei warst. Ich möchte dir kurz sagen, was mir aufgefallen ist. In der Gruppenaufgabe hast du ruhig zugehört und zwei Mal Ideen anderer aufgegriffen. Das fand ich stark. Bei der Zeitplanung hast du zu spät gemerkt, dass die Zeit knapp wird. Wie hast du das erlebt?“ Danach hört die Beobachterin zu und fragt: „Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?“ Zum Schluss nennt sie, wie es weitergeht.
Vorbereitung
- Zwei bis drei konkrete Beobachtungen aufschreiben
- Eine Stärke an den Anfang stellen
- Entscheiden, was die Person tun kann, nicht nur was sie nicht kann
- Raum und Zeit ohne Störungen sichern
- Bei Minderjährigen die Frage der Eltern im Voraus klären
Schwierige Reaktionen
- Rechtfertigung: Zuhören, nicht diskutieren, Beobachtung wiederholen.
- Schweigen: Pause aushalten, behutsame Fragen stellen.
- Tränen oder Wut: Pause anbieten, Verständnis zeigen, später fortfahren.
- Widerspruch: Anerkennen, dass es andere Sichtweisen gibt, und Beispiele nennen.
Nach dem Gespräch
Halten Sie kurz fest, was besprochen wurde und was vereinbart ist. Prüfen Sie beim nächsten Mal, ob sich etwas getan hat. Das zeigt, dass Rückmeldung ernst gemeint ist (Feedbackkultur).
Fazit
Gute Rückmeldung ist eine Einladung zum Weiterlernen. Sie braucht Zeit, Zuhören und Respekt (Feedbackkultur).
Dazu im Video
▶ 0:33Gutes Feedback geben kurz erklärt
Wie Rückmeldungen konkret, wertschätzend und hilfreich werden.
Weiterlesen
Gaming-Assessment: So funktioniert spielbasierte Beobachtung
Von der Aufgabe bis zur Rückmeldung: Wie ein Assessment Center mit Spielen aufgebaut ist und worauf es ankommt.
Lesen →Beobachtungsfehler vermeiden: So beobachten Sie fair
Halo-Effekt, Ähnlichkeitsfehler und Co.: Welche Verzerrungen es gibt und wie Schulung und klare Kriterien helfen.
Lesen →Welche Spielmechanik beobachtet was? Ein Überblick für Teamspiele
Takt, Regeln, Reihenfolgen, Verteilen: Wie unterschiedliche Spielmechaniken unterschiedliches Verhalten sichtbar machen.
Lesen →