Jugendliche informieren sich über Berufe oft in sozialen Medien. Betriebe, die dort sichtbar sind, werden eher wahrgenommen. Social-Media-Recruiting funktioniert aber nur mit Inhalten, die Menschen gern anschauen.
Kanäle und ihre Rolle
- Kurzvideo-Plattformen: Einblicke, Alltag, kleine Aufgaben
- Foto- und Story-Netzwerke: Bilder aus dem Betrieb, Events, Azubi-Aktionen
- Berufsnetzwerke: Eher für ältere Zielgruppen, Eltern und Kooperationspartner
- Messenger: Schnelle Antworten auf Fragen
Welche Kanäle passen, hängt von Ihrer Zielgruppe ab. Fragen Sie Ihre eigenen Auszubildenden, wo sie sich informiert haben.
Inhalte, die ankommen
- Ein Tag mit einer Auszubildenden
- Fragen und Antworten: „Was macht man eigentlich als ...?“
- Kleine Aufgaben, die man selbst ausprobieren kann
- Berichte von Veranstaltungen und Turnieren (Firmenturnier)
So starten Sie
- Ziel klären: Bekanntheit, Bewerbungen oder Austausch?
- Ein oder zwei Kanäle wählen: Lieber wenige gut als viele halbherzig.
- Menschen zeigen lassen: Auszubildende erzählen, Profis begleiten.
- Regeln festlegen: Wer darf posten, was ist tabu, wer antwortet?
- Rhythmus finden: Regelmäßig und nachhaltig statt viel und kurz.
Ein Beispiel für einen Monatsplan
Ein Betrieb mit begrenzter Zeit legt pro Monat vier Beiträge fest. Woche eins: Ein Tag mit einer Auszubildenden in drei kurzen Clips. Woche zwei: Antwort auf eine häufige Frage, zum Beispiel „Muss man für diesen Beruf gut in Mathe sein?“ Woche drei: Bericht von einem Schnuppertag, mit Einwilligung der Teilnehmenden. Woche vier: Ein Mitmachbeitrag, etwa ein kleines Quiz zum Beruf. Die Auszubildenden schlagen Themen vor und filmen selbst, ein Ausbildender prüft vor dem Veröffentlichen Inhalt und Datenschutz.
Regeln für den Umgang mit Kommentaren
- Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden, auch kurz.
- Reagieren Sie auf Kritik sachlich und bieten Sie ein Gespräch an.
- Löschen Sie Beleidigungen und diskriminierende Inhalte konsequent und nennen Sie die Regeln öffentlich.
- Geben Sie persönliche Daten nie in Kommentaren weiter.
Was Sie mit Auszubildenden vereinbaren sollten
- Freiwilligkeit: Niemand muss vor die Kamera.
- Einwilligung: Schriftlich, für jeden Zweck, jederzeit widerrufbar. Bei Minderjährigen auch die Eltern (Einwilligung).
- Arbeitszeit: Content-Arbeit zählt zur Ausbildung, wenn sie dem Ausbildungsziel dient.
- Grenzen: Was bleibt privat, was darf nicht gezeigt werden?
Typische Stolpersteine
- Zu viele Kanäle auf einmal und dann Funkstille
- Perfekte Hochglanzbilder statt echtem Alltag
- Rechte an Musik und Bildern nicht geklärt
- Keine Verbindung zur Karriereseite und zur Bewerbung
Kennzahlen mit Augenmaß
Zählen Sie nicht nur Aufrufe. Aussagekräftiger ist, wie viele Menschen auf Ihre Karriereseite klicken, einen Schnuppertag buchen oder sich melden (Kennzahlen gehören zu jedem Ziel). Kleine Betriebe sollten sich an wenigen Werten orientieren und monatlich besprechen, was funktioniert hat.
Fazit
Soziale Medien sind ein Weg zu jungen Menschen, aber kein Selbstläufer. Wer authentisch erzählt und Rechte beachtet, wird gefunden (Content-Marketing).
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