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Probezeit in der Ausbildung gestalten: Orientierung statt Prüfung

Wie Betriebe die Probezeit nutzen, damit sie Orientierung gibt und nicht nur Druck erzeugt.

Redaktion GameRecruit · Stand: Oktober 2026

Die Probezeit in der Ausbildung ist gesetzlich geregelt (Berufsbildungsgesetz). Sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Viele Jugendliche empfinden sie dennoch als Prüfung. Betriebe können das entschärfen.

Ziele der Probezeit

  • Beide Seiten prüfen, ob die Ausbildung passt
  • Ankommen im Team und in den Abläufen
  • Erste Lernerfolge erleben
  • Offen über Erwartungen sprechen

Gestaltung in fünf Schritten

  1. Ziele vereinbaren: Zwei bis drei Lernziele für die ersten Wochen.
  2. Feste Termine: Kurze Gespräche nach der ersten Woche und dann regelmäßig.
  3. Konkretes Feedback: Beobachtung, Wirkung, Anregung (Rückmeldegespräch).
  4. Hilfe anbieten: Ansprechperson und Pate (Buddy-Programm).
  5. Abschlussgespräch: Rückblick und Ausblick ohne Überraschungen.

Spielerisch denken

Ein Levelplan macht Fortschritt sichtbar: Welche Aufgaben sind in den ersten Wochen erreichbar, was kommt danach? Das gibt Orientierung (Level).

Ein Beispiel für einen Probezeitplan

Woche eins: Ankommen, Orientierung, Kennenlernen, erste kleine Aufgaben, Gespräch am Freitag. Woche zwei bis vier: Aufgaben mit steigender Verantwortung, ein Gespräch pro Woche mit der Ausbilderin. Woche fünf bis acht: Mehr Selbstständigkeit, ein Zwischengespräch zu den vereinbarten Zielen, Feedback der Auszubildenden an den Betrieb. Ende der Probezeit: Abschlussgespräch mit Rückblick, Zielen für das erste Jahr und gemeinsamer Entscheidung. Das Ganze wird kurz schriftlich festgehalten.

Fragen für das Abschlussgespräch

  • Was ist dir in den ersten Wochen am besten gelungen?
  • Was war schwieriger als gedacht?
  • Wo hättest du dir mehr Unterstützung gewünscht?
  • Was möchtest du im nächsten halben Jahr lernen?
  • Was sollen wir als Betrieb anders machen?

Warnzeichen früh erkennen

  • Häufige Verspätungen oder Fehlzeiten
  • Ständiges Rückfragen aus Unsicherheit oder völliges Schweigen
  • Konflikte im Team
  • Sinkende Freude an der Arbeit

Sprechen Sie solche Zeichen früh an. Je später, desto schwerer wird ein gutes Gespräch.

Gespräch bei einer Beendigung

Wenn Betrieb oder Auszubildende die Ausbildung in der Probezeit beenden möchten, gelten gesetzliche Regelungen und Formvorschriften. Holen Sie hier fachlichen Rat bei der Kammer oder einer Rechtsberatung ein und führen Sie das Gespräch respektvoll.

Fazit

Die Probezeit sollte beiden Seiten Klarheit geben. Wer begleitet, statt zu kontrollieren, schafft die besten Voraussetzungen für den weiteren Weg.