Wer sich für eine Ausbildung interessiert, schaut fast immer zuerst auf die Karriereseite, meist am Handy. Wenn sie unübersichtlich ist oder nur Floskeln enthält, ist die Bewerbung schon verloren, bevor sie begonnen hat.
Was auf die Seite gehört
- Berufe auf einen Blick: Kurzbeschreibung, Dauer, Voraussetzungen
- Ein Tag in der Ausbildung: Fotos, Videos oder Berichte von Auszubildenden
- Was Sie bieten: Vergütung, Entwicklung, Übernahme, Team
- So bewerben Sie sich: Wege, Fristen, Ansprechperson
- Fragen und Antworten: Auch zu Eltern, Schulabschluss und Probearbeiten
Tipps für Aufbau und Sprache
- Handy zuerst: Seite am Smartphone testen, nicht nur am Rechner.
- Kurze Wege: Von der Startseite bis zum Bewerbungsformular in wenigen Klicks.
- Einfache Sprache: Kurze Sätze, kein Behördendeutsch.
- Echte Gesichter: Wenn möglich Auszubildende zeigen, mit deren Einwilligung.
- Aktuell halten: Offene Stellen und Ansprechpersonen regelmäßig prüfen.
Was Sie vermeiden sollten
- Stockfotos und Textwüsten
- Lange Anforderungslisten, die abschrecken (Stellenanzeige)
- Versteckte Kontaktdaten
- Ein Bewerbungsformular, das am Handy nicht funktioniert
Ein Beispiel für den Aufbau der Startseite
Stellen Sie sich eine Karriereseite eines mittelständischen Handwerksbetriebs vor. Ganz oben steht ein Satz in einfacher Sprache: „Bei uns lernst du Elektrotechnik von Menschen, die ihr Handwerk lieben.“ Darunter folgt ein kurzes Video, in dem zwei Auszubildende ihren Arbeitstag zeigen. Danach drei Karten mit den Berufen, jeweils mit Dauer, Schulabschluss und Ansprechperson. Weiter unten stehen die Fragen, die Jugendliche und Eltern am häufigsten stellen, und am Ende ein Button „Jetzt unverbindlich melden“. Kein Lebenslauf, kein Anschreiben, nur Name, Kontakt und ein Wunschtermin.
Fragen, die auf die Seite gehören
- Brauche ich Vorkenntnisse? Ehrlich sagen, was nötig ist und was man lernt.
- Was verdiene ich? Wenn möglich, Vergütung pro Jahr nennen. Das schafft Vertrauen.
- Wie läuft der Tag ab? Arbeitszeiten, Berufsschule, Pausen, Kleidung.
- Kann ich vorher reinschnuppern? Praktikum, Schnuppertag, Probearbeiten.
- Was passiert nach der Ausbildung? Übernahme, Weiterbildung, Perspektiven.
- Können meine Eltern anrufen? Eine Kontaktperson auch für Familien nennen.
Technische Grundlagen
- Geschwindigkeit: Große Bilder und Videos komprimieren, sonst bricht am Handy der Aufbau ab.
- Lesbarkeit: Ausreichend große Schrift, klare Kontraste, kurze Absätze (Barrierefreiheit).
- Auffindbarkeit: Seitentitel und Überschriften mit dem Berufsnamen und dem Ort, damit Suchmaschinen sie zuordnen.
- Messbarkeit: Zählen, wie viele Besucher das Bewerbungsformular öffnen und wie viele es abschließen (Recruiting-Funnel).
So prüfen Sie Ihre Seite in einer Stunde
- Bitten Sie eine Auszubildende, am Handy einen Ausbildungsberuf zu suchen und laut zu denken.
- Stoppen Sie, wie lange sie bis zur Bewerbung braucht.
- Notieren Sie, wo sie zögert, nachfragt oder abbricht.
- Streichen Sie, was niemand liest, und ergänzen Sie, was fehlt.
- Wiederholen Sie den Test mit einer Person aus der Elternrolle.
Fazit
Eine gute Karriereseite beantwortet die Fragen von Jugendlichen und Eltern schnell und ehrlich. Sie ist die Visitenkarte des Betriebs als Arbeitgeber (Employer Branding).
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