Wissen / Artikel

AusbildungKultur2 Min. Lesezeit

Feedbackkultur in der Ausbildung: Regelmäßig, konkret, wertschätzend

Wie Betriebe eine Kultur entwickeln, in der Rückmeldung selbstverständlich und hilfreich ist.

Redaktion GameRecruit · Stand: Oktober 2026

Auszubildende wollen wissen, wo sie stehen. Viele erhalten Rückmeldung nur bei Fehlern oder am Ende des Jahres. Eine gute Feedbackkultur bietet Orientierung, früh und regelmäßig, in beide Richtungen.

Merkmale guten Feedbacks

  • Konkret: Beispiele statt Pauschalurteile
  • Zeitnah: Möglichst bald nach der Situation
  • Wertschätzend: Stärken benennen, Entwicklung zeigen
  • Handlungsorientiert: Was kann ich beim nächsten Mal anders machen?

Ein Feedback in vier Schritten

  1. Beobachtung: Was habe ich gesehen oder gehört?
  2. Wirkung: Was hat das ausgelöst?
  3. Frage: Wie sehen Sie es?
  4. Anregung: Was könnte beim nächsten Mal helfen?

Rückmeldung in beide Richtungen

Auch Auszubildende sollten Rückmeldung geben dürfen: zu Anleitung, Tempo und Arbeitsklima. Das zeigt, dass ihre Sicht zählt, und hilft dem Betrieb, besser zu werden (Mitarbeiterbefragung).

Was Sie vermeiden sollten

  • Kritik vor anderen
  • Verallgemeinerungen wie „immer“ und „nie“
  • Lob, das nur dazu dient, Kritik einzuleiten

Ein Beispiel für eine Feedbackrunde

Alle vier Wochen nehmen sich Ausbilder und Auszubildender 20 Minuten Zeit. Zuerst bringt die Auszubildende zwei Dinge mit: etwas, das gut lief, und etwas, wobei sie Unterstützung möchte. Danach gibt der Ausbilder ein Beispiel für eine Stärke und ein Thema für die nächste Woche. Beide halten ein Ziel für die nächsten vier Wochen fest. Am Ende fragt der Ausbilder: „Was kann ich besser machen?“ Das Gespräch wird in wenigen Stichworten notiert und beim nächsten Mal wieder aufgegriffen.

Feedback in schwierigen Situationen

  • Bei Fehlern: Erst klären, was passiert ist, dann gemeinsam überlegen, was daraus folgt.
  • Bei Konflikten: Beide Seiten hören, ein Gespräch zu dritt anbieten.
  • Bei Leistungsabfall: Nach Gründen fragen, Unterstützung anbieten, Ziele neu setzen.
  • Bei Fehlverhalten: Klar benennen, Folgen erklären, schriftlich festhalten und Hilfe anbieten.

Sätze, die helfen, und Sätze, die schaden

  • Hilfreich: „Mir ist aufgefallen, dass ...“, „Wie siehst du das?“, „Was brauchst du dafür?“
  • Schädlich: „Du bist immer ...“, „Das kann doch jeder“, „Früher war das anders“

Gruppenfeedback

Auch in der Gruppe kann Rückmeldung wirken: nach einem Projekt, einem Teamspiel oder einer Prüfung. Regeln: Beschreiben statt bewerten, Stärken zuerst, Vorschläge statt Kritik, alle kommen zu Wort (Feedback-Loop). Achten Sie darauf, dass niemand bloßgestellt wird.

Kennzahlen, die Sie beobachten können

  • Wie viele regelmäßige Gespräche finden tatsächlich statt?
  • Wie bewerten Auszubildende die Qualität der Rückmeldung?
  • Wie entwickeln sich Fehlzeiten und Abbrüche?

Fazit

Feedback ist eine Fähigkeit, die man üben kann. Betriebe, die sie fördern, gewinnen motivierte und lernfreudige Auszubildende.