Wissen / Artikel

AssessmentBeobachtung2 Min. Lesezeit

Beobachtungsbogen erstellen: Aufbau und Beispiele

So gestalten Sie einen Bogen, mit dem Beobachtende Verhalten festhalten, ohne vorschnell zu urteilen.

Redaktion GameRecruit · Stand: Oktober 2026

Ein Beobachtungsbogen hält fest, was Beobachtende sehen und hören. Er hilft, Eindrücke zu ordnen und später fair zu besprechen. Ein guter Bogen ist kurz, klar und auf wenige Felder konzentriert.

Bestandteile

  • Kopf: Datum, Übung, Beobachtende, Gruppe
  • Beobachtungsfelder: Zum Beispiel Kommunikation, Problemlösung (Beobachtungsfeld)
  • Platz für Notizen: Wörtliche Beispiele und konkrete Handlungen
  • Einschätzung: Skala mit Verhaltensankern
  • Gesamteindruck: Erst nach der Übung, getrennt von Notizen

So gehen Sie vor

  1. Beobachtungsfelder aus dem Anforderungsprofil ableiten
  2. Pro Feld drei bis fünf Verhaltensbeispiele formulieren
  3. Skala festlegen, zum Beispiel vier Stufen ohne Mittelwert
  4. Zeit für Notizen und Auswertung einplanen
  5. Bogen testen und mit Beobachtenden besprechen

Ein Beispiel

Feld Kommunikation: Beobachtet wird, ob die Person zuhört, nachfragt und eigene Gedanken verständlich äußert. Notiert wird nicht „wirkt selbstbewusst“, sondern „fragt: Habe ich dich richtig verstanden?“ und „fasst zusammen, was besprochen wurde“.

Typische Fehler

  • Zu viele Felder: Beobachtende verlieren den Überblick
  • Unklare Skalen: Jeder versteht etwas anderes
  • Persönlichkeitsurteile statt Verhaltensbeschreibungen

Ein Beispiel für zwei Zeilen

Kompetenz „Zusammenarbeit“: Beobachtbares Verhalten 1: „Hört anderen zu, ohne zu unterbrechen.“ Beobachtbares Verhalten 2: „Bezieht Vorschläge anderer in seinen Beitrag ein.“ Daneben stehen eine Skala von 1 bis 4 und ein Feld für ein konkretes Beispiel („Fragt Mia nach ihrer Idee und baut darauf auf.“). So sieht eine zweite beobachtende Person später, worauf sich die Einschätzung stützt.

Wie Sie den Bogen testen

  1. Lassen Sie zwei Personen dieselbe kurze Szene unabhängig beobachten.
  2. Vergleichen Sie die Eintragungen.
  3. Klären Sie, wo sie abweichen: Fehlen Anker? Sind Begriffe unklar?
  4. Überarbeiten Sie den Bogen und testen Sie erneut.

Gestaltungstipps

  • Höchstens vier bis sechs Kompetenzen pro Übung
  • Eine Seite pro Person und Übung, übersichtlich und gut lesbar
  • Platz für Notizen statt nur Kästchen
  • Gleiche Skala, gleiche Reihenfolge, damit Vergleiche gelingen

Nach der Beobachtung

Tragen Sie die Einschätzungen in einer gemeinsamen Besprechung zusammen. Jede Person nennt zuerst ihre Beispiele, dann die Einschätzung. Erst danach wird diskutiert. So verhindern Sie, dass die lauteste Stimme entscheidet. Bewahren Sie die Bögen nur so lange auf, wie es nötig und erlaubt ist (Löschkonzept).

Fazit

Ein guter Bogen führt Beobachtende, ohne sie zu überfordern. Er ist die Brücke zwischen Spiel, Beobachtung und Rückmeldung.