Ausbildende prägen, wie Jugendliche ihren Beruf erleben. Sie sind Fachleute, Vorbilder, Coaches und manchmal Ersatzeltern. Die Eignung ist rechtlich geregelt (Ausbildereignung (AEVO)), doch Haltung und Methoden lernt man auch im Alltag.
Was Ausbildende leisten
- Fachwissen vermitteln und Lernfortschritt begleiten
- Rückmeldung geben (Feedbackkultur)
- Zwischen Betrieb, Schule und Familie vermitteln
- Vorbild sein für Arbeitsweise und Umgang
Wie Betriebe unterstützen
- Zeit geben: Ausbildung braucht Freiräume im Arbeitsalltag.
- Weiterbildung ermöglichen: Kommunikation, Feedback, Umgang mit Konflikten.
- Austausch fördern: Kollegiale Beratung unter Ausbildenden.
- Wertschätzen: Anerkennung und sichtbare Rolle im Betrieb.
- Entlasten: Unterstützung durch Ausbildungsbeauftragte und Paten.
Neue Methoden ausprobieren
Spielelemente, kurze Teamaufgaben oder ein Levelplan können Lernen bereichern (siehe den Artikel „Lernen mit Spielelementen in der Ausbildung“). Wichtig ist, dass sie zu den Ausbildenden passen und nicht aufgesetzt wirken.
Ein Beispiel für ein Entwicklungsangebot
Ein Betrieb mit sechs Ausbildenden vereinbart vierteljährlich einen Austauschabend. Jede Person bringt einen Fall mit, der sie beschäftigt: eine schwierige Rückmeldung, ein Konflikt, eine Aufgabe, die nicht klappt. Die Runde berät nach einem festen Muster: Fall schildern, Fragen stellen, Ideen sammeln, Vorschlag auswählen. Nach drei Monaten berichten alle, was sie ausprobiert haben. Der Aufwand ist gering, der Nutzen hoch: Ausbildende fühlen sich nicht allein und lernen voneinander.
Themen für Weiterbildung
- Feedback geben und Gespräche führen
- Umgang mit Konflikten und schwierigen Situationen
- Lernen fördern: Methoden, Aufgaben, Spielelemente
- Diversität und Inklusion in der Ausbildung
- Digitale Werkzeuge und Medienkompetenz
Was Ausbildende selbst sagen
- Wir brauchen mehr Zeit für die Ausbildung neben dem Tagesgeschäft.
- Wir wünschen uns Anerkennung, nicht nur Pflichtaufgaben.
- Wir möchten Methoden, die im Alltag funktionieren, keine Theorie.
- Wir würden gern von anderen Betrieben lernen.
Wirkung messen
Fragen Sie Auszubildende regelmäßig, wie sie die Ausbildung erleben, und Ausbildende, was sie brauchen. Vergleichen Sie die Rückmeldungen über die Jahre (Mitarbeiterbefragung). Achten Sie auf Muster, nicht auf einzelne Ausreißer, und leiten Sie nur dann Maßnahmen ab, wenn mehrere Hinweise in dieselbe Richtung zeigen.
Fazit
Wer in Ausbildende investiert, investiert in die Qualität der gesamten Ausbildung.
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